Was ist ein VPS: Webhosting oder Cloud Server für Ihre Website
Webhosting, VPS und Cloud Server sehen in der Preisliste wie drei Leistungsstufen aus, unterscheiden sich aber an drei Stellen: was Sie von den Nachbarn auf derselben Maschine trennt, wo das Konto anstößt und wer die Software aktualisiert.
Webhosting, VPS und Cloud Server sehen in der Preisliste wie drei Leistungsstufen aus, unterscheiden sich aber an drei Stellen: was Sie von den Nachbarn auf derselben Maschine trennt, wo das Konto anstößt und wer die Software aktualisiert.
An einem Mittwochmorgen gegen zehn wird die Website langsam – nicht tot, nur langsam: Die Seite öffnet sich in fünf Sekunden, der Administrationsbereich weigert sich, einen Eintrag zu speichern, und nach einer halben Stunde ist wieder alles in Ordnung, als wäre nichts gewesen. Der Support des Hosters antwortet nach dem Mittagessen, das Konto habe die Limits seines Tarifs überschritten, und bietet den Wechsel auf die nächste Stufe an, die dreimal so viel kostet und in der Preisliste „Cloud Server“ heißt.
Was ist ein VPS, was Webhosting (Shared Hosting), was ein Cloud Server: In der Preisliste stehen die drei untereinander wie Leistungsstufen desselben Dienstes, obwohl es drei verschiedene technische Lösungen sind, die sich an drei konkreten Stellen unterscheiden. Die meisten Käufer wissen in diesem Moment nicht, was sie genau kaufen, und das ist kein Vorwurf. Jede dieser drei Stellen können Sie mit den Zahlen Ihrer eigenen Website in der Hand prüfen, und keine davon ist am Tarifnamen abzulesen.
Die drei Stellen, an denen sich die Tarife wirklich unterscheiden
Die erste ist die Isolierung, also was Ihre Website genau von den Websites der anderen Kunden auf derselben physischen Maschine trennt. Beim Webhosting (Shared Hosting) ist das ein Konto im Betriebssystem zusammen mit einem Ressourcen-Container auf Kernel-Ebene, beim VPS eine eigene virtuelle Maschine mit eigenem Betriebssystem, beim Cloud Server dieselbe virtuelle Maschine, nur anders bestellt und abgerechnet. Der praktische Unterschied zwischen den drei Varianten liegt darin, wie weit die Last eines Nachbarn Ihre Website beeinflussen kann und wie viel an der Maschine Sie überhaupt ändern dürfen, wenn sich die Standardkonfiguration als unpassend erweist.
Die zweite Stelle ist das Limit: wo das Konto anstößt und wie sich das zeigt. Genau hier entstehen die meisten Missverständnisse, weil Leute erwarten, Überlastung bedeute eine langsame Seite, obwohl sie in einem Teil der Fälle eine Seite bedeutet, die sich überhaupt nicht öffnet und einen Fehlercode zurückgibt, den der Käufer in seinem Leben noch nie gesehen hat. Die dritte Stelle ist die Verantwortung: wer das Betriebssystem aktualisiert, wer den Webserver, wer PHP und wer die Website selbst. Genau hier rechnen VPS-Käufer am häufigsten falsch, denn Root-Zugriff ist kein Geschenk, das der Hoster zusammen mit der leistungsfähigeren Maschine überreicht – es ist der Übergang der Pflichtliste von ihm auf Sie, und er geschieht leise, in derselben Minute, in der das Passwort verschickt wird.
Alles übrige, das in einer Hosting-Vergleichstabelle Zeilen belegt, ist entweder in allen Tarifen gleich oder nicht das, was versagt: NVMe-Festplatten gibt es heute praktisch überall, aber „unbegrenzter Traffic“ ist eine Behauptung über das übertragene Datenvolumen, nicht über Ressourcen, und sie steht gewöhnlich genau neben der Tabelle, in der die Ressourcen bis zum letzten Megabyte gezählt sind. 99,9 % wiederum ist eine Zahl mit präziser rechtlicher Bedeutung und mit einer Ausnahmeliste darunter, und die meisten Käufer glauben, sie decke etwas ganz anderes ab, als sie tatsächlich abdeckt.
Webhosting: ein Server, viele Konten
Webhosting ist ein Benutzerkonto auf einer Maschine, auf der noch Hunderte gleicher Konten liegen, und lettische Hoster nennen ein und dasselbe Produkt mit drei verschiedenen Wörtern: CloudHosting schreibt koplietošanas hostings, Hostnet dalītais hostings, AlphaHost virtuālais hostings. Technisch meinen alle drei dieselbe Vereinbarung – Ihnen gehört das Konto, nicht die Maschine, die Website verwalten Sie über cPanel oder ein ähnliches Panel, und alles unterhalb dieses Panels gehört jemand anderem.
Was Sie von den Nachbarn trennt, ist konkrete Software, kein Versprechen in der Preisliste, und die sollten Sie beim Namen kennen. Die meisten cPanel-Hoster laufen auf CloudLinux, in dem jedes Konto eine eigene Kopie des Dateisystems hat: Die CloudLinux-Dokumentation zu CageFS schreibt, Benutzer könnten andere Benutzer und deren Benutzernamen auf dem Server weder sehen noch feststellen, die Webserver-Konfiguration nicht lesen und nur eine gekürzte Prozessliste sehen. Die zweite Schicht ist LVE – ein Ressourcen-Container auf Kernel-Ebene, der jedem Konto Limits für Prozessor, Speicher, Ein-/Ausgabe und Prozesse setzt, gerade damit, in der Formulierung der Dokumentation selbst, keine einzelne Website den gesamten Webserver zum Absturz bringen kann.
Die dritte Schicht ist die PHP-Einstellung open_basedir, und hier lohnt sich, was das PHP-Handbuch selbst sagt, nicht das Marketing des Hosters: „open_basedir ist nur ein zusätzliches Sicherheitsnetz, das in keiner Weise umfassend ist und daher nicht als verlässlich angesehen werden kann, wenn Sicherheit erforderlich ist.“ Dasselbe Handbuch warnt, dass sich auch das Abschalten von Funktionen mit disable_functions umgehen lässt und dass das in einer geteilten Umgebung keine ausreichende Sicherheitsmaßnahme ist. Nichts davon ist ein Argument gegen Webhosting; es ist ein Argument dafür, dass die Isolierung hier Kernel und Dateisystem liefern, nicht eine Zeile in einer Konfigurationsdatei, und dass ein Hoster, der auf die Frage nach Isolierung mit dem Wort „sicher“ antwortet, sie nicht beantwortet hat.
Was Sie beim Webhosting nicht wählen können, ist ebenso wichtig wie das, was Sie wählen können: Der Kernel ist einer für alle Konten, deshalb werden Sie die Kernel-Version nicht ändern; die Liste der PHP-Versionen bestimmt der Hoster, und sie hinkt der neuesten gewöhnlich um eine oder zwei hinterher; der Webserver ist der, der installiert ist, deshalb lautet die Antwort auf die Frage nach einem Paket, das fehlt, „nein“ und nicht „installieren Sie es“. Ein geteilter Server ist auch der Ort, an dem der Hoster im Incident-Fall die Nachbarkonten prüfen muss, weil ein Angreifer, der in ein Konto eingedrungen ist, dasselbe bei den Nachbarn versucht; was zu tun ist, wenn das bereits geschehen ist, haben wir im Beitrag über eine gehackte WordPress-Website beschrieben. Keines dieser Limits ist ein Mangel: Es ist genau die Vereinbarung, die dieses Produkt billig macht, und der Käufer, der sie versteht, hat etwas davon.
Was passiert, wenn das Konto an sein Limit stößt
Ein Webhosting-Tarif hat mehrere verschiedene Enden; sie werden unabhängig voneinander erreicht und zeigen sich völlig unterschiedlich, deshalb ist das Symptom ein nützliches Diagnosewerkzeug. Die CloudLinux-Standardlimits pro Konto sind 100 % eines Prozessorkerns, 1 GB physikalischer Speicher, 1024 KB/s Ein-/Ausgabe, hundert Prozesse und zwanzig entry processes, und genau die letzte Zahl überrascht Käufer, weil zwanzig nach einer lächerlich kleinen Zahl für eine Website klingt, die im Monat zehntausend Besucher erhält.
Die Erklärung ist, dass ein entry process kein Besucher ist: Es ist ein Prozess, der von außen ins Konto gelangt – eine neue HTTP-Anfrage an ein PHP-Skript, eine SSH-Sitzung oder ein Cron-Auftrag –, während Prozesse, die bereits innen entstehen, in einem ganz anderen Limit zählen. Ist die Zahl der entry processes erreicht, lässt das Apache-Modul die nächste Anfrage nicht mehr herein und gibt den Fehler 508 Resource Limit Reached zurück, und CloudLinux beschreibt das in der Wissensdatenbank ohne Beschönigung: Eine Website, die zu viele Ressourcen verbraucht, hört auf zu arbeiten, die übrigen Kunden auf demselben Server laufen jedoch normal weiter. Genau das ist der Sinn dieses Mechanismus – ein Konto abzuschneiden, damit die Maschine nicht stehen bleibt.
Die übrigen Limits zeigen sich anders, und am Symptom lässt sich ablesen, welches genau erreicht ist, bevor jemand zu raten beginnt: Prozessor und Ein-/Ausgabe werden nicht abgeschnitten, sondern gedrosselt, deshalb wird die Seite langsam und öffnet sich am Ende, während Speicher- und Prozesslimits gewöhnlich eine 500 oder 503 liefern, also eine Seite, die sich überhaupt nicht öffnet. Auf LiteSpeed-Servern werden entry processes anders gezählt als auf Apache, deshalb darf man dieselbe Zahl dort nicht als Zahl gleichzeitiger Besucher übersetzen, und das ist eine der häufigeren Arten, wie eine richtige Zahl in den falschen Satz gerät.
Es gibt noch ein viertes Ende, das mit Last überhaupt nichts zu tun hat und sich deshalb unerwartet einschleicht: Ein Inode ist der Dateisystemeintrag für eine Datei oder ein Verzeichnis, deshalb ist die Inode-Zahl im Konto einfach die Zahl der Dateien und Ordner, einschließlich des Postfachs, das seit Jahren niemand geleert hat. Der lettische Hoster Hostnet veröffentlicht Inodes in der Preisliste offen – im MINI-Tarif 400.000, PLUS 600.000, PRO 800.000 – und in derselben Tabelle stehen bei MINI und PLUS 100 % eines Kerns und 2048 MB Speicher, bei PRO 200 % und 3072 MB, dazu bei allen dreien 10 MB/s Ein-/Ausgabe und 150 gleichzeitige Verbindungen, während der monatliche Traffic „unbegrenzt“ heißt. Diese Zusammenstellung ist die eigentliche Lektion über das Wort „unbegrenzt“ in einer Hosting-Preisliste: Es bezieht sich auf das übertragene Datenvolumen, und alle übrigen Limits stehen genau daneben, bis zur letzten Zahl ausgezählt.
Was ist ein VPS: eigenes Betriebssystem auf geteilter Hardware
Ein VPS (im deutschen Markt auch vServer) ist eine virtuelle Maschine, in der Ihnen das Betriebssystem, Root-Zugriff und die Möglichkeit gehören, zu installieren, was nötig ist, und auf dem lettischen Markt schreibt man das sowohl lettisch als auch mit der englischen Abkürzung: Tet schreibt auf seiner Seite Virtual Private Server aus, nennt den Dienst selbst aber Miete virtueller Server. Was dieser Name nicht sagt, sind zwei technische Fragen, die entscheiden, wie viel vom „eigenen Server“ wirklich Ihrer ist.
Die erste Frage ist, ob die Virtualisierung auf Hardware- oder auf Betriebssystemebene liegt. KVM ist ein Modul des Linux-Kernels, das die Virtualisierungserweiterungen des Prozessors nutzt und jedem Gast eigene virtualisierte Hardware gibt – Netzwerkkarte, Festplatte, Videoadapter – und vor allem einen eigenen Kernel, deshalb lässt sich darauf auch unverändertes Windows betreiben. LXC und verwandte Container sind ein anderer Mechanismus: Sie nutzen Linux-Namensräume, cgroups und Rechtebeschränkung, um eine Umgebung zu schaffen, die einer eigenen Linux-Installation so nah wie möglich kommt, jedoch ohne eigenen Kernel. Die Folgen sind einfach und praktisch – in einem Container bleiben Kernel-Version, Kernel-Module und Kernel-Sicherheitslücken mit der Host-Maschine geteilt, deshalb blieb ein Teil dessen, was Sie zu kaufen glaubten, tatsächlich bei den Nachbarn.
Die zweite Frage betrifft den Prozessor, denn die Worte „eigener Server“ bedeuten keinen eigenen Prozessor. Bei Hetzner-Cloud-Servern gibt es zwei getrennte Produktlinien: In Tarifen mit Shared Resources werden die Rechenressourcen zwischen allen Instanzen auf demselben physischen Server aufgeteilt, mit einer Basisleistung und der Möglichkeit, sie vorübergehend zu überschreiten, während in Tarifen mit Dedicated Resources eine vCPU ein Thread eines physischen Kerns ist und nur Ihnen gehört. DigitalOcean formuliert das noch klarer: In einem geteilten Tarif kann der Thread mit anderen geteilt werden, und bei hoher Last der Nachbarn erhält die Instanz Anteile des Threads, nicht vollen Zugriff, sodass voller Zugriff in der Praxis möglich, aber nicht garantiert ist.
Wie viele Nachbarn auf einer Maschine sitzen, veröffentlicht keiner der großen Anbieter, und das Verhältnis, das Sie in Blogs finden, ist niemandes veröffentlichte Messung, deshalb lohnt es sich weder zu zitieren noch ihm zu glauben. Die einzige dokumentierte Größe, auf die man sich berufen kann, ist, ob der Tarif geteilte oder eigene Ressourcen verspricht, und dieser Unterschied steht gewöhnlich ganz offen da – unter zwei verschiedenen Produktnamen, zwei verschiedenen Spezifikationen und einem Preisunterschied, der ein Vielfaches beträgt.
Ein Cloud Server ist derselbe VPS, anders gekauft
Ein Cloud Server ist technisch eine virtuelle Maschine auf einem Hypervisor, also genau dasselbe wie ein VPS, und so erklären es auch die Anbieter selbst: CloudHosting schreibt in den Fragen, ein Cloud Server sei ein virtueller Server, und die Hetzner-Dokumentation beginnt mit demselben Satz – Cloud Server sind Maschinen, auf denen ein Betriebssystem und Programme laufen können, wobei die Maschinen selbst virtuell auf physischen Servern laufen. Wenn Sie von zwei Angeboten unterschiedliche Hardware erwarten, hat die Erwartung keinen Grund.
Der Unterschied liegt nicht in der Hardware, sondern in der Art des Kaufs, und das beschreibt am genauesten die Definition des US-Normungsinstituts NIST, die die Branche weiterhin zitiert: Eine Cloud hat fünf Merkmale – Selbstbedienung nach Bedarf, Netzzugang, Ressourcenbündelung mit mehreren Mandanten, schnelle Elastizität und gemessener Verbrauch. Praktisch heißt das eine API, mit der sich eine Maschine programmatisch anlegen und abreißen lässt, stündliche Abrechnung mit monatlicher Obergrenze und Zusatzteile, die sich getrennt anschließen lassen: Snapshots, gesonderten Blockspeicher, eine verschiebbare IP-Adresse und einen Load Balancer.
Jedes dieser Teile hat Grenzen, die Sie vor dem Kauf kennen sollten, nicht einen Monat danach. Ein Hetzner-Tarifwechsel kann die Festplattengröße nicht verkleinern, auch wenn nur ein Teil davon genutzt wird; nach einer Vergrößerung müssen Sie die Partition selbst im Rescue-System erweitern, und der Tarifwechsel selbst steht als Ausnahme von der Verfügbarkeitsgarantie. Ein Snapshot wiederum ist kein Backup, obwohl der Markt beide Wörter als Synonyme gebraucht: In Hetzner-Snapshots sind angefügte Volumes nicht enthalten, und Konsistenz wird nicht garantiert, wenn der Server läuft, deshalb ist das eine gute Sache vor einem Update und eine schlechte Sache als einzige Kopie der Daten. Die verschiebbare IPv4-Adresse kostet extra, ebenso die primäre IPv4-Adresse an der Instanz selbst.
Eine Unternehmenswebsite mit fünf Seiten nutzt gewöhnlich keines dieser Teile, und das ist der ehrlichste Satz in diesem Abschnitt: Wenn die Website niemals die Leistung ändert, niemals auf eine zweite Maschine wechselt und niemals an eine API angeschlossen wird, dann sind ein Cloud Server und ein VPS derselben Größe dieselbe Maschine mit zwei verschiedenen Rechnungen. Das ist kein Argument gegen die Cloud, denn dort, wo Elastizität genutzt wird, kostet sie weniger als eine dauernd vorgehaltene Reserve. Es ist ein Argument dafür, dass die Wahl zwischen Fähigkeiten liegt, die Sie wirklich nutzen, nicht zwischen Wörtern, die modern klingen.
Wer aktualisiert was
Der größte praktische Unterschied zwischen den drei Tarifen ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Verteilung der Pflichten, und am klarsten haben das die Cloud-Anbieter selbst formuliert. Das AWS-Modell der geteilten Verantwortung teilt alles in zwei Teile: Sicherheit der Cloud ist AWS-Verantwortung – Hardware, Software, Netzwerk und die Räume, in denen die Dienste laufen –, Sicherheit in der Cloud ist Verantwortung des Kunden. Zur Patch-Frage steht das sogar gesondert und Wort für Wort: AWS ist für Patches und Defekte der Infrastruktur verantwortlich, der Kunde für Patches am Gastbetriebssystem und an den eigenen Anwendungen.
Beim Webhosting gehört diese Schicht dem Hoster, und das ist der größte Wert dieses Produkts, an den selten jemand denkt: Kernel, Webserver und PHP aktualisiert der Hoster, und Sie merken davon nichts, bis etwas kaputtgeht. Auf einem nicht verwalteten VPS oder Cloud Server ist das alles mit dem Root-Passwort auf Sie übergegangen, und Hetzner sagt das in den Bedingungen auch von der anderen Seite: Software, Konfiguration und Systemeinstellungen, die der Kunde einführt, gelten nicht als Verfügbarkeitsstörung, der Anbieter haftet also nicht dafür und sie fallen in keine Entschädigung.
Die Website selbst bleibt in allen drei Fällen Ihre Verantwortung, und das ist der Punkt, an dem Angebote genau gelesen werden müssen, weil das Wort „Managed“ in der Branche gewöhnlich Betriebssystem und Serversoftware meint, nicht WordPress-Kern, Plugins und Theme. Auch in der Wartung unserer eigenen Infrastrukturmiete stecken Updates von Betriebssystem und Serversoftware, Sicherheitskonfiguration, Backups mit geprüfter Wiederherstellung, Monitoring und Reaktion nach SLA – und dort steht nicht, dass wir Ihre Plugins aktualisieren, denn das ist eine andere Zeile in der Preisliste und ein anderer Vertrag, und wir sagen das klar, damit niemand diese Grenze am Tag eines Incidents entdeckt.
Der praktische Test vor der Bestellung ist eine Frage, direkt gestellt und in drei Teilen: Wer aktualisiert das Betriebssystem, wer Webserver und PHP, und wer den Code der Website. Lautet die Antwort auf einen der drei „Sie selbst“, dann ist das Arbeit, für die es entweder einen Menschen mit Zeit braucht oder einen Vertrag mit jemand anderem, und keines von beiden ist kostenlos. Unbeantwortet verschwindet diese Frage nicht – sie kommt nach achtzehn Monaten als System zurück, in das niemand einen einzigen Patch gelegt hat, und dann ist es keine Frage der Tarifwahl mehr.
Was 99,9 % bedeuten und was sie nicht abdecken
Der Verfügbarkeitsprozentsatz in der Preisliste sieht nach einem Versprechen aus, ist aber in Wirklichkeit eine Formel mit Ausnahmeliste. Die Service-Level-Vereinbarung von Hetzner für Cloud Server verspricht 99,9 % im Monat für eine Instanz, und Hetzner selbst rechnet in der Erklärung aus, was diese Zahl praktisch heißt: In einem Monat mit dreißig Tagen liegen 43 Minuten Ausfall noch innerhalb der Vereinbarung, das heißt, sie sind kein Verstoß und dafür ist keine Entschädigung vorgesehen.
Die Entschädigung selbst ist ebenso konkret und viel kleiner, als Leute erwarten: Sie wird aus den Minuten über der Schwelle gerechnet, in Stunden umgerechnet und mit dem Stundensatz der Instanz multipliziert, und ausgezahlt als Guthaben für den künftigen Verbrauch, nicht als Geld. In Hetzners eigenem Beispiel ergeben 185 Minuten Ausfall 142 Minuten über der Schwelle, also 2,37 Stunden, und ein Guthaben von 0,87 €, das ist weniger, als eine Stunde Arbeit für das Ausrechnen kostet. Nicht wiedererlangter Umsatz, verlorene Bestellungen und eingebrochene Suchmaschinenrankings gehören nirgends dazu, und keine Hosting-Vereinbarung, die wir gelesen haben, deckt sie ab.
Die Ausnahmeliste ist ebenso wichtig wie die Zahl, weil genau sie bestimmt, wie oft diese Zahl überhaupt angewandt wird: Außerhalb der Vereinbarung bleiben zuvor angekündigte Wartung, die eigene Software und Konfiguration des Kunden, ein vom Kunden verlangter Tarifwechsel, Live-Migrationen wegen der Stabilität der Host-Maschine und das Netz hinter dem Kernnetz des Anbieters. Das alles steht ehrlich und offen da, und daraus folgt ein einfacher Schluss: Der Prozentsatz gilt für die Maschine, nicht für Ihre Website, deshalb liegt eine Website, die nach einem misslungenen Update abgestürzt ist, vollständig außerhalb dieses Vertrags.
Außerdem ist 99,9 % keine Branchenkonstante, obwohl die Zahl oft so gebraucht wird, als wäre sie eine. Die Amazon-EC2-Vereinbarung verspricht für eine Instanz 99,5 %, 99,99 % aber nur, wenn Instanzen in mindestens zwei Availability Zones liegen, das sind zwei verschiedene Verträge mit zwei verschiedenen Zahlen, und der Satz „in der Branche gilt 99,9 %“ macht aus beiden eine einzige Zahl. Beim Webhosting gibt es ein solches Dokument gewöhnlich gar nicht – nur eine Zahl auf der Website ohne Definition, ohne Messmethode und ohne Folgen, und das ist eine Behauptung, keine Verpflichtung.
Wie Sie Ihre Website vor der Wahl messen
Die Zahl, die entscheidet, ist nicht die Besucherzahl im Monat, obwohl genau die der Käufer auswendig kennt und genau die der Verkäufer zuerst fragt. Entscheiden tut die Zahl gleichzeitiger PHP-Anfragen in dem Moment, in dem die Last am höchsten ist, und das ist eine ganz andere Größe, die mit der monatlichen Besucherzahl nur schwach korreliert.
Zwei Websites mit gleicher Besucherzahl können auf verschiedenen Seiten desselben Limits liegen, und der Unterschied liegt darin, wie lange jede Seite einen Prozess hält. Eine statische, im Cache liegende Unternehmenswebsite bedient größtenteils der Webserver ohne PHP, deshalb verbraucht sie fast keine entry processes, und zehntausend Besucher im Monat bedeuten ihr nichts. Ein Onlineshop, in dem jeder Warenkorb, jede Anmeldung und jede Rückkehr vom Zahlungsgateway den PHP-Prozess zwei Sekunden hält, kann dasselbe Limit schon bei zwanzig gleichzeitigen Käufern erreichen, und genau deshalb stürzen in der ersten Stunde einer Kampagne gerade die Shops ab, die die Kampagne bezahlt haben.
Neben dieser Zahl lohnt es sich, noch drei zu lesen, und alle drei sind ohne Hilfe eines Entwicklers zu haben. Die erste ist die Größe der Datenbank und die langsamste Abfrage darin, denn genau das ist gewöhnlich die echte Ursache der Langsamkeit, nicht die Leistung der Maschine. Die zweite ist die Dateizahl im Konto, weil Websites mit großen Medienbibliotheken und altem Postfach das Inode-Limit unerwartet und ohne Vorwarnung erreichen. Die dritte ist, was die Website außerhalb des Browsers tut – Cron-Aufträge, Mailversand, Anbindungen an die Buchhaltung –, denn auch diese Prozesse gelangen von außen ins Konto und zählen in demselben Limit, das Sie gerade für die Käufer gemessen haben.
Alle vier Zahlen lassen sich an einem Nachmittag aus der Statistik des Hosting-Panels und den Serverprotokollen lesen, und das ist der einzige Ort, an dem die wirkliche Last Ihrer Website steht, nicht eine Ahnung davon. Der Tarifname kennt diese Zahlen nicht, ein Verkäufer, der sie nicht gesehen hat, auch nicht, und ein Gespräch, das mit ihnen beginnt, endet gewöhnlich mit einer billigeren Antwort als ein Gespräch, das mit einer Tarifliste beginnt.
Wann ein Wechsel hilft und wann er nichts löst
Der Wechsel auf einen größeren Tarif ist seltener die richtige Antwort, als er angeboten wird, und der erste Fall, in dem er nicht hilft, ist auch der häufigste. Ist die Website langsam, weil eine Abfrage bei jedem Seitenaufruf die ganze Produkttabelle liest, dann führt eine leistungsfähigere Maschine das schneller aus, das Problem bleibt, und Sie haben Zeit gekauft, keine Lösung. Dasselbe gilt für vierzig Plugins, für unbearbeitete Bilder in Originalgröße und für ein Theme, das bei jeder Anfrage das Menü von Null aufbaut.
Der Wechsel ist die richtige Antwort, wenn das Limit mit korrektem Code erreicht ist: Ist die Website gecacht, sind die Abfragen in Ordnung und das Konto stößt trotzdem an die Zahl der entry processes, dann ist das ein Tariflimit, kein Defekt im Code, und es gibt nichts mehr zu optimieren. Ebenso ist der Wechsel die einzige Antwort, wenn etwas nötig ist, das sich in einem geteilten Konto nicht installieren lässt – eine andere PHP-Version, ein Queue-Worker, Redis, ein eigener Cron im Minutentakt – oder wenn eine Branchen-, Beschaffungs- oder Kundenanforderung festlegt, in welchem Land die Daten physisch liegen.
Es gibt auch einen dritten Fall, über den Verkäufer selten sprechen, weil er die Rechnung senkt: Manchmal ist der richtige Schritt nach unten. Eine Website, die vor drei Jahren wegen einer Werbekampagne auf einen VPS umgezogen ist und seither zweihundert Besucher am Tag erhält, zahlt für eine Maschine, die sie nicht nutzt, und zahlt doppelt – mit Geld auf der Rechnung und mit der Zeit eines Menschen, denn das Betriebssystem eines VPS muss jemand aktualisieren, auch wenn dort niemand hineinkommt.
Vor jedem Umzug lohnt sich noch eine Frage, die mit Leistung überhaupt nichts zu tun hat: auf wessen Namen die Domain registriert ist und auf wessen Namen das Hosting-Konto steht. Darüber haben wir gesondert im Beitrag über Fehler beim Auftrag einer Website geschrieben, und das ist eine jener Fragen, die am Tag der Migration nicht mehr schnell zu reparieren sind, weil die Antwort von einem Menschen abhängt, mit dem Sie vielleicht nicht mehr sprechen.
Was Sie kaufen, wenn der Tarif Managed Hosting heißt
Der Preisunterschied zwischen einer nicht verwalteten und einer verwalteten Maschine ist groß, und das ist kein Aufschlag auf dieselbe Ware, deshalb ist es fair, beide Zahlen nebeneinanderzulegen. In der Hetzner-Preisliste, die am 15. Juni 2026 in Kraft trat, kostet ein CX23-Cloud-Server mit zwei vCPU, vier Gigabyte Speicher und 40 GB Festplatte 5,49 € im Monat zzgl. MwSt., und die primäre IPv4-Adresse kommt für 0,50 € im Monat hinzu. Unsere Managed Hosting und Serverinfrastruktur beginnt bei 45 € im Monat, und die Differenz zwischen diesen beiden Zahlen ist genau das, wovon dieser Abschnitt handelt.
Die Differenz ist Arbeit, und die lässt sich einzeln aufzählen: Updates von Betriebssystem und Serversoftware, Sicherheitskonfiguration, Monitoring mit Zabbix rund um die Uhr und Reaktion nach SLA, Backups täglich mit 30 Tagen Aufbewahrung und regelmäßig geprüfter Wiederherstellung, für besonders kritische Infrastruktur bis 365 Tage und in zwei verschiedenen EU-Staaten. Die Vorbereitung der Umgebung und der Umzug dauern 3–10 Tage, die Migration führen wir parallel, DNS schalten wir in einem geplanten Fenster um, und danach haben Sie einen zuständigen Ansprechpartner, kein Support-Ticket in einer anderen Zeitzone.
Ehrlich gesagt gehört auch die andere Seite dazu, denn ohne sie wäre dieser Abschnitt eine Preisliste mit einem Artikel darum. Ist Ihre Website statisch, der Besuch klein und verlangt niemand je eine PHP-Version, die der Hoster nicht hat, dann ist Webhosting für ein paar Euro im Monat die richtige Antwort, und eine verwaltete Umgebung wäre eine Gebühr für Ruhe, die Sie ohnehin haben. Das sagen wir auch denen, die mit dieser Frage anrufen, denn eine Umgebung zu verkaufen, die nicht genutzt wird, ist ein kurzfristiges Geschäft – nach einem Jahr kommt es als Frage zurück, wofür eigentlich gezahlt wurde, und darauf gibt es keine gute Antwort.
Wenn Sie nicht sicher sind, auf welcher Seite dieser Grenze Ihre Website liegt, lassen sich diese vier Zahlen gemeinsam lesen: Schreiben Sie uns, und wir sagen Ihnen, was die Statistik Ihres jetzigen Kontos zeigt und welches Limit Ihnen am nächsten ist – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass umzuziehen keinerlei Notwendigkeit besteht und das Geld besser in die Geschwindigkeit der Website fließt.
Häufig gestellte Fragen.
Was ist ein VPS – oder reicht Webhosting für meine Website?
Nach der Zahl gleichzeitiger PHP-Anfragen, nicht nach der Besucherzahl im Monat. Ist die Website statisch oder gecacht und bedient der Webserver die Seiten ohne PHP, trägt ein Webhosting-Tarif weit mehr, als der Preis vermuten lässt. Hält dagegen jede Seite den PHP-Prozess eine oder zwei Sekunden – Warenkorb, Anmeldung, Rückkehr vom Zahlungsgateway –, dann sind auf Apache die CloudLinux-Standardwerte von zwanzig entry processes schon bei zwanzig gleichzeitigen Käufern erreicht; auf LiteSpeed zählt man sie anders, und dort darf man dieselbe Zahl so nicht übersetzen. Lesen Sie aus der Statistik des Hosting-Panels, wie viele Anfragen die Website in der Spitzenstunde bedient und wie lange jede davon dauert; das ist die einzige Zahl, die diese Frage wirklich beantwortet.
Was bedeutet der Fehler 508, und warum erscheint er nur manchmal?
508 Resource Limit Reached bedeutet, dass das Konto das Limit der entry processes erreicht hat, also die Zahl gleichzeitiger Anfragen, die von außen ins Konto gelangen. Das Apache-Modul lässt die nächste Anfrage nicht mehr herein, deshalb öffnet sich die Seite überhaupt nicht, statt sich langsam zu öffnen, und genau deshalb erscheint der Fehler nur in der Lastspitze. Damit unterscheidet sich dieses Ende von den übrigen: Prozessor- und Ein-/Ausgabe-Limits drosseln die Seite, Speicher- und Prozesslimits liefern gewöhnlich eine 500 oder 503. Am Fehlercode lässt sich also ablesen, welches Limit erreicht ist, bevor jemand zu raten beginnt.
Worin unterscheidet sich ein Cloud Server von einem VPS?
In der Art des Kaufs, nicht in der Hardware, denn in beiden Fällen ist es eine virtuelle Maschine auf einem Hypervisor. Ein Cloud Server kommt mit API, mit stündlicher Abrechnung und monatlicher Obergrenze und mit Zusatzteilen, die sich getrennt anschließen lassen: Snapshots, gesonderten Blockspeicher, eine verschiebbare IP-Adresse und einen Load Balancer. Eine Unternehmenswebsite mit fünf Seiten nutzt gewöhnlich keines davon, und dann sind ein Cloud Server und ein VPS derselben Größe dieselbe Maschine mit zwei verschiedenen Rechnungen. Die Wahl liegt also zwischen Fähigkeiten, die Sie wirklich nutzen, nicht zwischen zwei Namen.
Heißt VPS, dass der Prozessor nur mir gehört?
Nicht immer, und die Antwort steht in der Spezifikation des Tarifs. Bei Hetzner-Cloud-Servern gibt es zwei getrennte Linien: In Tarifen mit Shared Resources wird die Rechenleistung zwischen allen Instanzen auf demselben physischen Server aufgeteilt, in Tarifen mit Dedicated Resources ist eine vCPU ein Thread eines physischen Kerns. DigitalOcean formuliert das ebenso – in einem geteilten Tarif kann der Thread mit anderen geteilt werden, deshalb ist voller Zugriff möglich, aber nicht garantiert. Wie viele Nachbarn auf einer Maschine sitzen, veröffentlicht niemand, deshalb bleibt die einzige prüfbare Größe, ob der Tarif geteilte oder eigene Ressourcen verspricht.
Was passiert mit den Updates, wenn ich einen VPS kaufe?
Die Updates gehen mit dem Root-Passwort auf Sie über. Beim Webhosting aktualisiert der Hoster Kernel, Webserver und PHP, auf einem nicht verwalteten VPS oder Cloud Server macht das alles der Kunde. AWS schreibt das in seinem Modell der geteilten Verantwortung direkt: Der Anbieter ist für Patches der Infrastruktur verantwortlich, der Kunde für Patches am Gastbetriebssystem und an den eigenen Anwendungen. Ein Managed-Tarif kauft diese Arbeit zurück, deckt aber auch dann gewöhnlich Betriebssystem und Serversoftware, nicht WordPress-Kern, Plugins und Theme, deshalb fragen Sie vor der Bestellung nach allen drei Schichten getrennt.
Server, Hosting und Wartung in der EU — Frankfurt, Helsinki oder Riga, mit 24/7-Monitoring. Vollständige Verwaltung: Updates, Sicherheit und Performance, automatische Backups mit getesteter Wiederherstellung, SSL-Zertifikate, CDN und DDoS-Schutz. Wir übernehmen die Migration vom bisherigen Hoster ohne Ausfallzeit und skalieren je nach Last.
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